Was haben “Energieriesen”, Harry-Potter und Shrek gemeinsam?
Vorab sei gesagt, das dieser Werbefilm mit zu dem bestem gehört was ich bis jetzt – in bezug auf Trickfilm-Animationen – in Werbefilmen, zu sehen bekam.
Es geht in dem Werbefilm um einen freundlichen, an Shrek angelehnten und mit Moos und Bäumen bewachsenen, Energieriesen der mit unglaublicher Leichtigkeit Windräder in den Boden pflanzt, ein Kraftwerk in den Ozean setzt, ein wenig aussät, störende Wolken beiseite schiebt, Kohle aus einem Braunkohletagebau auf ein Förderband legt und zum Ausgleich Rasenrollen im Abbaugebiet auslegt, mit grazieler Leichtfertigkeit einen defekten Strommasten repariert und – zu guter letzt – eine Stadt dank Wasserkraft zum Öko-Er-Leuchten bringt.
Urheber dieses wunderschönen “Schöne heile Welt” Szenarios ist der Energiekonzern RWE. Das Unternehmen schaltet den Werbefilm im Vorprogramm des neuen Harry Potter-Films “Harry Potter und der Halbblutprinz” (FSK 12). Eine verkürzte Version soll demnächst aber auch im Fernsehen geschaltet werden.
Kernaussage des Werbefilmes ist, das nichts einfacher sei, als die saubere Energiegewinnung und endet mit folgender Botschaft an die – zumeist Jugendlichen – Kinogänger: “Es kann so leicht sein, Großes zu bewegen. Wenn man ein Riese ist.”
Was aber nun stört mich an diesem Werbefilm? Super Animationen, klasse Sound, Musik, Claim und Werbetext. Es scheint doch wirklich alles zu passen? Oder etwa doch nicht?
Auf der RWE-Internetseite kann man nachlesen, das Parallelen zwischen dem “Energieriesen” und dem Filmhelden “Shrek” bestünden. Beide hätten gemeinsam, das ihnen nur negative Vorurteile engegengebracht werden. RWE möchte also mit dieser Werbe-Kampagne gegen “typische Vorurteile gegenüber “Energieriesen” aufräumen”.
Mhhh… und das im Vorgramm von Harry Potter? Mit einer Zielgruppe ab 12 Jahren? Steckt da vielleicht doch noch etwas mehr dahinter?
Persönlich halte ich Shrek für einen leicht verschrobenen und grobschlächtigen – aber liebenswerten – Kautz, dessen Abenteuer mir schon eins um andere Male die Tränen in die Augen trieben.
Allerdings bin ich nicht in der Lage, mögliche Parallelen zwischen Shrek und dem RWE-Energieriesen zu ziehen. Da liegen Welten zwischen.
Aber bei Kids, so um die zwölf, da ist das ja möglicherweise anders.
Und was meinst du?




Chris
26. Juli 2009 um 18:31
Diesen Werbespot habe ich bisher nur einmal im TV gesehen. Leider habe ich nur langsames Internet und kann ihn mir deshalb hier nicht ansehen, aber der ist wirklich sehr gut gemacht und einige Orte an denen der Orger entlanggeht, erinnern sogar an bekannte Orte.
Als dann zum Schluss RWE erscheint musste ich gleich an eine Werbefläche in Essen denken die direkt gegenüber von RWE stand. Es war eine Umweltorganisation die gegen die AKW von RWE ermahnt.
Somit wird wieder ein Gleichgewicht geschaffen.
Ökostrom ist auch eine tolle Sache, aber
a) zu einem steigen die Strompreise in Deutschland weiterhin und
b) hat Eon ja schon ein Bußgeld wegen Preisabsprache zahlen dürfen,
denn fakt ist doch die Preise von Rohstoffen sinken an den Börsen (die ja meist in US$ angegeben werden) und der Euro steigt. Dementsprechend sollten doch die Verbraucher davon profetieren und dann benötigen die Konzerne auch keine Imagewerbung
Sei einfach fair zum Kunden, er ist König
Manfred Lipowski
26. Juli 2009 um 19:34
Bemerkenswert… ich fahr ja öfters bei RWE vorbei, die Werbefläche ist mir bis dato aber noch nie aufgefallen. Gibt es da zufällig einen von dir angefertigen Schnappschuß?
Mhhh… Öko-Strom finde ich auch gut. Am besten würde ich es aber finden, meinen Strom nur von einer Firma beziehen zu können, die auch nur in Öko-Strom macht. Von daher bin ich im Moment also aussen vor – da ich nicht genau weiß – wann denn nun auch Öko-Strom – obwohl geordert – bei mir aus der Steckdose zu fließen vermag.
In Bezug auf die Preise von Rohstoffen kann ich leider nicht Folge leisten. Ich denke, das da noch eine Menge an anderen Faktoren eine erhebliche Rolle spielen. ;o)
Chris
26. Juli 2009 um 21:17
das Plakat habe ich im Dez. 08 bzw. Jan. 09 gesehen als ich bei RWE zum Vorstellungsgespräch war. Erst dachte ich es ist eine RWE Werbung, weil a) das RWE wie bekannt aus der Werbung deutlich hervorging und b) weil es ja in unmittelbarer Nähe stand (das ist ja normal das die Firmen direkt vor der Haustür große Werbeflächen einkaufen).
Erst auf den zweiten Blick habe ich festgestellt das es eine Anti-RWE-Werbung war, weil RWE AKW in Osteuropa betreibt. Ich habe auch gleich an eine Rechtwidrigkeit gedacht, weil es für das Fach Wettbewerbsrecht sehr interesant wäre, ob die Werbung gegen das UGW vertößt oder nicht.
Ein Pic habe ich leider nicht
Apokryphus
27. Juli 2009 um 08:51
Och Schade!
Das sind ja immer so Momente, die unbedingt festgehalten werden müssen. ;o)
Das mit dem AKW in Osteuropa wußte ich schon und habe es in einem Artikel – der aber eher in Richtung Trio (DaDaDa) ging – angeschnitten.
Ich hoffe trotzdem mal, das dein Vorstellungsgespräch erfolgreich war und werde öfters mal mit offenen Augen und griffbereiten Fotoapperat die Ruhrallee entlang fahren. ;o)
Man weiß ja nie was kommen mag.
Katja
30. Juli 2009 um 22:53
Ich finde den Werbespot klasse. Das Vieh ist echt niedlich und der Spot gut gemacht. Das beste an dem Spot ist allerdings die Musik. Ich finde den Song echt toll:)
Aber eine Verbindung zu Shrek ist doch weit hergeholt.
Apokryph
12. August 2009 um 17:42
*lächelt*
Wohl wahr. Aber die habe ich mir ja auch nicht ausgedacht. Kam ja von den RWE Menschen.
Davon ab finde ich trotzdem das die Niedlichkeit der Figur an sich schon in diese Richtung zu gehen vermag.
die stimme
16. August 2009 um 20:47
Dieser Spot ist *gelöscht* “Greenwashing” – beschönigt, *gelöscht* und *gelöscht*.
Die GANZE Wahrheit gibt es hier: *Link gelöscht*
Apokryph
17. August 2009 um 08:21
@die stimme
Sorry. Da du keine verifizierbare eMail-Adresse angegeben hast, habe ich deinen Kommentar nebst Linkangabe *zensiert*.
Man sollte zu seinen Aussagen stehen.
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