Wollest du immer schon mal wissen, welcher Bundestagsabgeordneter mehr als 7000.- Euro an Nebeneinkünften hat? Ja? Dann könnte dir der Bundestagsradar von SPIEGEL ONLINE und abgeordnetenwatch.de evtl. jetzt behilflich sein.

Was auf den ersten Blick als lustiges und kleines Tool für den netten Zeitvertreib nebenher daher kommt, erweist sich auf den zweiten Blick als mächtiges Tool sofern man gewillt ist, die richtigen Einstellungen zur selbst gestellten Frage zu tätigen.
In der obigen Grafik war die einfache Frage: Wieviele Abgeordnete haben Nebeneinkünfte über 7000.- Euro?
Das Ergebnis gibt jedoch schwer zu denken. CDU (49), CSU(15), Die Linke(3), FDP (25), Grüne (2) und die SPD (14). Insgesamt beziehen also von 622 Abgeordneten 108 Nebeneinkünfte von mehr als 7000.- Euro.
Jetzt muss man wissen, das Nebeneinkünfte der Politker derzeit nur in Stufen angegeben werden. Stufe 1 reicht von 1000.- bis 3500.- Euro, Stufe 2 von 5301.- bis 7000.- Euro und Stufe 3 alle Nebeneinkünfte über 7000.- Euro.
Dazu schreibt Zb. der Stern in einem Artikel über die Nebeneinkünfte von Politikern:
[...] “Wie notwendig die vollständige Angabe der Einkünfte ist, sieht man am Beispiel des FDP-Vorsitzenden”, sagt von Arnim. “Man würde schon gerne wissen, ob er für seine Vorträge, zum Beispiel vor der Schweizer Tochter einer Liechtensteiner Bank, ‘nur’ 7000 Euro oder vielleicht 30.000 Euro bekommen hat. Letzteres würde den Vorgang in ein neues Licht tauchen.” Ein weiteres Problem sind die Angaben von Rechtsanwälten – von denen es im Bundestag sehr viele gibt. Sie müssen die Namen ihrer Mandanten nicht veröffentlichen, selbst die Branche, der die Mandanten angehören, bleibt geheim. Obwohl offenkundig ist, dass ein Rechtsanwalt, der in seiner Kanzlei viel Geld mit, sagen wir: der Nahrungsmittelindustrie verdient, bei einer Abstimmung über die Kennzeichnungspflicht von Nahrungsmitteln nicht unbefangen ist. [...]
Da stellt sich doch die Frage, ob der Gesetzgeber nicht konsequent allen Abgeordneten jedwede Nebentätigkeit verbieten sollte. Dies würde Zb. dann auch ein wenig den Einfluss von Lobbyisten der Wirtschaft auf die Politik mindern.
Darf man jetzt die Frage stellen,
welcher Politiker schon gerne die Hand beißt,
die ihn füttert?