Einer der berühmtesten deutschen Rechtsanwälte, Herr Günter Werner Freiherr von Gravenreuth (gebürtig Günter Werner Dörr) schied freiwillig aus dem Leben. In der Nacht des 22. Februar 2010 erschoss sich Günter Werner Freiherr von Gravenreuth, nach einer vorherigen telefonischen Suizid-Drohung, nachdem die Polizei in seine Wohnung eingedrungen war.
Der bayrische Rundfunk meldet
In München-Schwabing hat sich ein prominenter Jurist umgebracht. Der Anwalt, der auf umstrittene Abmahnungen im IT-Bereich spezialisiert war, hatte seinen Selbstmord zuvor telefonisch angekündigt. Er erschoss sich, als die alarmierte Polizei in seine Wohnung eindrang. Der 61-Jährige war Anfang 2009 unter anderem wegen Betrugs zu 14 Monaten Haft verurteilt worden.
Heise.de meldet:
Der Anwalt habe seinen Selbstmord zuvor im Internet angekündigt. Die Polizei sei darüber von einer Person informiert worden und habe sofort von Gravenreuths Wohnung aufgesucht. Von Gravenreuth hat sich mit einer Schusswaffe getötet. Die Polizei dementiert Berichte, laut denen er sich vor den Augen der Polizisten erschossen habe.
Gulli.com meldet:
Um 01:15 Uhr schickte Günter Freiherr von Gravenreuth eine Abschiedsmail an all seine Kontakte. In seinem “letzten Gruß in die Runde” gab er bekannt, dass er sich nun mit einer scharfen Waffe umbringen würde. Die in der E-Mail genannten Motive für seinen Selbstmord sind sehr vielfältig aber alle privater Natur. Mittlerweile wurde uns die Tat von mehreren Seiten bestätigt.
Wikipedia.de schreibt dazu, mit unter anderem:
Bekannt wurde Gravenreuth, als einer seiner Testbesteller Ende 1992 auf verdächtig erscheinende Kleinanzeigen in Computerzeitschriften, in denen überwiegend Privatleute inserierten, die so genannten „Tanja-Briefe“ (unter dem Pseudonym „Tanja Nolte-Berndel“ und einigen weiteren weiblichen Pseudonymen) versandte.[3][4] Teilweise war diesen Briefen sogar ein Foto (aus einer Bildagentur) der vermeintlichen 15-jährigen Schreiberin beigelegt.
Nachtrag vom 22. Februar 2010, 13:48
Wie Golem.de um 13:08 Uhr berichtete hat Steffen Wernery, Gründungsmitglied des Chaos Computer Club, die Abschiedsmail von Gravenreuth erhalten.
“Finanzprobleme, die nicht ausgestandene Strafsache, der Verdacht auf Krebs – letztlich aber schwere Beziehungsprobleme und der Entzug seines sozialen Umfeldes, sind laut seinen letzten Worten die Hintergründe”, so Wernery in einer E-Mail an Golem.de.
Nachtrag vom 23. Februar 2010, 11:34
Auch der Stern schwimmt mit und meldet mit unter anderem zu GvG:
[...] Zu dieser Selbstzerstörung hat womöglich der heftige Streit mit der “taz” entscheidend beigetragen. Im Gespräch mit stern.de erinnert sich “taz”-Anwalt Eisenberg an den Prozess und einen “bedauernswerten, jammervollen, armseligen kleinen Mann, der sich grottig verteidigt hat”. Von Gravenreuth, sagt Eisenberg, sei eine “groteske Figur” gewesen und habe nichts Furchterregendes an sich gehabt. “Er war ein Betrüger, er hatte keine ethischen Grundsätze und hat sich immer nur mit Schwächeren angelegt, die er ausgenommen hat.” Kurzum, so folgert Eisenberg: “Ich habe ihn als Schande für den Anwaltsberuf wahrgenommen.” Dennoch sei er vom Schicksal seines einstigen Kontrahenten “menschlich sehr berührt”.[...]