Hier gibt es den RSS-Feed des apokryphen Agentur-Blogs.
 
 

Atheisten starten gottlose Bustour in Deutschland (2)

Es ist soweit.
Überzeugte Atheisten starten heute die deutschlandweite Bus-Kampagne:

“Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott”

Die Aktion ist mit einem Budget in Höhe von 40.000 Euro ausgestattet und wird bis zum 18. Juni 24 deutsche Städte mit ihrer Botschaft Live bereichern.

Dazu Frerk, Organisator der gottlosen Bustour:

“Wir wollen die Botschaft der britischen Atheist Bus Campaign – ein Leben ohne Gott positiv zu sehen – nach Deutschland bringen. Denn auch hierzulande wird die Aufklärung als Fundament unserer Gesellschaft allzu oft verkannt. Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind, sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Denn das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.”

Nun, ich werde beizeiten mal ein Auge offen halten. Wenn der Zufall es so will, fährt man sich ja vielleicht mal über den Weg. Wetten würde ich aber nicht darauf abschliessen.


 

Werbeagentur verliert gegen Satire-Seite “Du bist Terrorist”

Den Erfolg des Clips dürfte im wesentlichen der in Hamburg ansässigen Werbeagentur kempertrautmann zu verdanken sein. Sie schrieb dem Verantwortlichen der Satire-Seite dubistterrorist.de vergangene Woche eine E-Mail. Dort wurde der Seitenbetreiber aufgefordert, die Domain dubistterrorist.de nicht weiter zu verwenden und sämtliche Bezüge zu der von der Werbeagentur kempertrautmann erstellten Online-Kampagne “Du bist Deutschland” zu entfernen.
So zitiert Zeit.de aus der E-Mail:

“Sollten Sie meinen Bitten nicht innerhalb der nächsten drei Tage nachkommen, werden unsere Auftraggeber den Rechtsweg einschlagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dann Kosten auf Sie zukommen, ist groß.”

Nun erfolgte die Einigung der beiden Parteien. In einem Telefonat einigte man sich darauf, das die Seite dubistterrorist.de weiter bestehen darf, jedoch der Seitenbetreiber im Gegenzug Fotografien der Kinder aus der “Du bist Deutschland”-Kampagne entferne. Inzwischen sind die Bilder unkenntlich gemacht worden.

Nicht berücksichtigt hat man jedoch die Web 2.0 Community. Auf Anfrage von Spiegel Online teilte der Seitenbetreiber mit, das er schlicht Panik bekommen habe und auf der Suche nach juristischem Rat Teile der E-Mail an seinen Verteiler geschickt habe.
So dauerte es also auch nicht lange, bis der Agenturchef themenbezogene E-Mails bekam.
In einem Gespräch mit Spiegel Online wies er darauf hin, das er vielfach beschimpft worden sei und E-Mails mit Inhalten wie “Verrecke!” bekommen habe.

Das nenne ich schon ein starkes Stück.
Und dies insbesondere dann, wenn sich Satire-Seiten auf der Basis anderer Leute Arbeit profilieren wollen.


 

Tele2, das OLG Düsseldorf und die irreführende Werbung

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat entschieden.
Der Telekomunikationsanbieter Tele2 wurde der irreführenden Werbung für schuldig befunden. Geklagt hatte die Telekom.
Damit wurde es Tele2 untersagt weiterhin mit der irreführenden Werbung:

“Als Startgeschenk erhalten Sie von uns 180 Freiminuten”

zu werben.
Begründet wurde das Urteil dadurch, das Kunden lediglich 4,18 Euro gutgeschrieben werden.
Die Tele2 Werbung erwecke jedoch den Eindruck, das 180 Minuten in alle Netze telefoniert werden könne.
Auslands- und Mobilfunkgespräche können mit dem “Startgeschenk” jedoch wesentlich kürzer abtelefoniert werden. Daher wird – im Kern – nur mit einer Gutschrift und nicht mit Freiminuten geworben.
In der Anzeige werde zwar mit einer Fußnote darauf hingewiesen, das sich die Freiminutenangabe auf Ferngespräche ins Festnetz beziehe, allerdings war schon die Gestaltung der Anzeige objektiv unrichtig.
Eine weitere Fußnote trägt zur verstärkung der Kundenverwirrung bei:

“Die Freiminutengutschrift kann auch zu anderen Zeiten und Zielen genutzt werden”

Vielleicht sollte man ja den mittlerweile üblichen Tarif-Dschungel in Deutschland ganz abschaffen. Bei der GEZ funktioniert das ja auch.


 


Online-Werbemarkt trotzt Rezession

Wie der Branchenverband Bitkom am Montag mitteilte, schalteten Werbekunden im ersten Quartal 2009 Banner, Pop-Ups und Bewegtanzeigen mit einem Wert von ca. 340 Millionen Euro. Dies entspreche – und dies mitten in der Rezession – einem Plus von 11,2 Prozent im Vegleich zum Vorjahresquartal. Die zugrunde liegende Studie führte das Marktforschungsinstituts Thomson Media Control durch.

Wichtigste Werbekunden, und damit auf Platz 1 der Top 5, sind mit gut 86 Millionen Euro Telekommunikationsanbieter und Betreiber von Online-Diensten.
Platz 2 belegen mit einem Online-Werbebudget von 46,1 Millionen Euro Unternehmen der Touristik- und Gastronomiesparte.
Platz 3 geht mit 43,5 Millionen Euro an Entertainment- und Medienunternehmen.
Handel und Versandhäuser belegen mit 41,6 Millionen Euro Platz 4.
Die Finanzwirtschaft erreicht Platz 5 mit 40,6 Millionen Euro.

Herzlichen Glückwunsch.
Alles in allem also beste Voraussetzungen für die kommenden Monate.


 

CDU will Werbung auf auf öffentlich-rechtlichen Sendern abschaffen

Vergangene Woche sprach sich der Baden-Württembergische Ministerpräsident Oettinger (CDU) auf der Vorstellung der “Medienpolitischen Thesen der CDU Deutschlands” in Berlin für ein Werbeverbot bei den öffentlich-rechtlichen Sendern aus.

Anfangs solle das Sponsoring ab 20 Uhr entfallen. Um die auftretenden Werbeverluste aufzufangen, müssten die GEZ-Gebühren nur um Cent-Beträge angehoben werden, erklärte Oettinger. In Zukunft sollte dann ein kompletter Ausstieg aus der Werbung in Fernsehen und Hörfunk erfolgen.

Bereits seit Jahren macht sich Oettinger gegen das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem stark. Zuletzt machte er im Jahre 2008 von sich reden, als er engere Grenzen bei ARD und ZDF für den Onlinebereich forderte.

Sei es wie es sei.
Ich – für meinen Teil – glaube nicht daran das sich jemals etwas bei den Öffentlich-Rechtlichen ändern wird. Wer lässt sich schon gerne die Butter vom Brot nehmen?
In Wahlkampfzeiten wie diesen wird das Thema jedoch schon für die ein oder andere Stimme sorgen. Und nur darauf kommt es an.


 

Xing und das OnlineSpiel zur Wirtschaftkrise

Kennen Sie den SUPER-GAU für Xing?
Heftige Proteste zwangen das Business-Network Xing innerhalb von 24 Stunden ihr (nur viral) beworbenes OnlineSpiel “Save the sacked” vom Netz zu nehmen. In dem Online-Werbespiel sollten die Spieler Menschen retten, die durch die Wirtschaftskrise von ihrem Chef gefeuert wurden und aufgrund des Jobverlustes aus den Fenstern eines Hochhauses sprangen. Spieler konnten diese armen Seelen nur vor dem sicheren Tod retten, wenn sie ihnen einen Xing-Fallschirm mit auf den Weg gaben.

Original Spielbeschreibung von der Xing savethesacked.com Spieleseite:

Worum ging es in dem Spiel?
In Savethesacked.com wurde karikaturistisch überzeichnet dargestellt, wie gefeuerte Mitarbeiter aus Fenstern geworfen wurden. Durch Anklicken dieser Personen konnten Spieler diesen Personen einen XING-Fallschirm umschnallen und sie so vor einem beruflichen Absturz bewahren.

Mal abgesehen davon, das mich dieses Spiel (wahrscheinlich) ungewollt an das WorldTrade Desaster (9.11) erinnert, frage ich mich allen Ernstes, wie der zuständige Game-Designer (wenn es ihn denn gab) so etwas überhaupt realiseren bzw. zulassen konnte. Es sei denn, die zuständige Werbeagentur hatte keinen Game-Designer, nur die Spielidee und war sich der Konsequenz und Tragweite ihrer (aus meiner Sicht sehr extravaganten) Spielidee nicht bewußt. Erfolgreiches Viral Marketing läuft anders. Und, nicht jede Werbeagentur ist in der Lage Yeti-Sports oder ein Moorhuhn zu bauen.

Der Kommentar des zuständigen Xing-Sprechers dazu:

Die im Rahmen der Dachmarken-Kampagne platzierte Website, erstellt in Zusammenarbeit mit der Agentur Deepblue, habe ungewollte „Irritationen“ hervorgerufen, so Xing-Sprecher Thorsten Vespermann gegenüber HORIZONT.NET. Die in dem Spiel eingesetzten „Metaphern“ seien offenbar nicht von allen Nutzern verstanden worden. Um weitere Irritationen zu vermeiden habe man die Website daher abgeschaltet.

Schadensbegrenzung kann auch anders aussehen!

Und die Moral von der Geschicht?

Dachdecker decken Dächer…
Bäcker backen Brötchen…
Maurer mauern…
Werbeagenturen machen Werbung…
Webagenturen bauen Webseiten…
und…
Game-Designer designen (bauen) Spiele.

So einfach kann das sein. Wär ja auch blöd, wenn jeder alles kann. ;) Oder nicht?


 


Zeitarbeitsfirma wirbt exklusiv mit “Alle müssen raus*”

Bildquelle (c) S&F Personal Dienstleistungen in Olpe in Nordrhein-WestfalenEine nordrheinwestfälische Zeitarbeitsfirma aus Olpe leistet sich Werbung der ganz besonderen Art. Das Ziel dabei soll gewesen sein, möglichst vielen Zeitarbeitern aufgrund der gegenwärtigen Wirtschaftskrise den Arbeitsplatz zu erhalten.

Aber nun gibt es jede Menge Ärger.
Insbesondere die IG-Metall läuft Sturm gegen den gewählten Slogan. Die ungewöhnliche Rabatt-Aktion ist Georg Keppler, IG-Metall-Chef von Olpe ein Dorn im Auge.
.

Er hält sie für ein “unmoralisches Angebot”.
Und weiter:

“Wir sind nicht im Sommerschlussverkauf und auch nicht im Winterschlussverkauf”
“Es handelt sich um Menschen mit Kopf, Gefühlen und Verstand.”

Um was geht es genau?
Mit ungewöhnlicher Post bewarb die Zeitarbeitsfirma Unternehmen. In dem Werbeprospekt heißt es:

“Kalkulieren Sie mit spitzem Bleistift, dank unserer Wirtschaftskrisen-Rabatt-Aktion”
“Exklusiv für Sie – Sichern Sie sich jetzt 15 Prozent Rabatt auf alle Hilfs- und Fachkräfte.”
“Alle müssen raus!*”
“Angebot gilt nur vom 27.04.2009 bis 30.06.2009.”

Der Geschäftsführer der Zeitarbeitsfirma gibt sich inzwischen mehr als nur ein wenig reumütig. Die in dem Werbeprospekt enthaltenen Aussagen seien “unglücklich gewählt”.

“Wir wollen mit der Werbeaktion ja nicht unseren Mitarbeitern 15 Prozent weniger bezahlen, sondern haben unseren Kunden entsprechend geringere Stundensätze angeboten”

Heikel, heikel!
Als Werbeagentur hätte man das vorhersehen können!
Die Frage ist also hier, ob überhaupt eine Werbeagentur für das Werbeprospekt verantwortlich war, oder ob der Geschäftsführer seine eigenen Ideen realisieren ließ weil ihm das Wasser bis zur berühmten Halskrause stand?


 

Älteste Steinzeit-Venus aus Mammutbein gefunden

Bildquelle (c) Nature.comSensationsfund!
Wie das Fachmagazin Nature mitteilt, haben Wissenschaftler im Alb-Donau-Kreis (Baden-Würtenberg) schon September 2008 in der Höhle „Hohle Fels“ bei Schelklingen die wohl ältestete Venus der Welt gefunden.

Das Alter der nur 6cm großen, 33 Gramm schweren und aus Mammut-Elfenbein bestehenden Venus wird auf ca. 35.000 bis 40.000 Jahre geschätzt. Auffallend an der sehr detailiert geschnitzten Figur sind die Geschlechtsorgane. Übergroße Brüste, ein ausgeprägtes Gesäß und eine stark vergrößerte Vulva stehen im schroffen Gegensatz zu Armen und Beinen die kaum ausgearbeitet und stark verkürzt sind. Anstelle eines Kopfes besitzt die Figur einen geschnitzten Ring welcher die Interpretation erlaubt, das sie möglicherweise als Anhänger getragen wurde.

In einem “Nature” Kommentar schreibt der US-amerikanische Archäologe Paul Mellars dazu, das die explizite Darstellung der Venus, nach heutigen Maßstäben, schon fast an Pornografie grenzen würde.

Für mich persönlich interessant ist aber aufs neue der Hinweis das, wer suchet auch zu finden vermag. Das älteste – sich bei mir in näherer Umgebung befindliche – Zeugnis einer Besiedlung ist ein etwa 4.000 Jahre altes neolithisches Steingrab, welches 1937 freigelegt wurde. Und die, die uns das hinterlassen haben, müssen ja auch irgendwas geschnitzt haben.


 
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